Archiv der Kategorie: Ensembles

Ensembles und Bands mit Gitarrenbesetzung

Alte Gitarren- und Lautenmusik aus Tschechien

Pavel Steidl ist inzwischen in der klassischen Gitarrenszene bestens bekannt. Es gibt aber in Tschechien eine lange Tradition speziell in der Lautenmusik. Ein bemerkenswertes Duo bilden Anton Birula (Laute/Theorbe)) und Anna Kowalska (Barock Gitarre). Höhrenswert Alessandro Piccinini, Sonate für Barock Gitarre und Theorbe  und sehenswert:  Luteduo -  Anna Kowalska & Anton Birula Da kann man sehr schön die Schlagtechniken auf der Barock Gitarre sehen (The Rawlins- schönes Instrument von Antonio Stradivari, Cremona 1700).

Bei der Editio Bärenreiter Praha  findet man interessante Ausgaben z.B. Suite A-Dur von Ivan Jelinek (1683-1759), Editio Bärenreiter Praha H 7879, in einer sehr guten Ausgabe von Stanislav Jurica. Die Suite ist nicht allzu schwer und klingt sehr gut vergleichbar mit den Suiten von A. Brescianello.

PS Auf dem Weg von der Karlsbrücke zur Prager Burg findet man rechts das Haus des berühmten Lauten- und Geigenbauers Thomas Edlinger. Leicht zu erkennen am Wappen mit den drei Geigen über dem Giebel.

Klassische Gitarre spielen im Stehen und Gehen

Man stelle sich mal ein Rock Konzert vor, bei dem alle Gitarristen brav auf Stühlen in der typischen Haltung der klassischen Gitarristen spielen. (Beim Flamenco macht das Sinn, da ja die Tänzer die Solisten sind!). Damit könnte man wohl keinen Hund hinter dem Lautsprecher hervorlocken. Auch bei klassischen Konzerten spielt der Solist meist im Stehen. Ein Geigensolo im Sitzen gespielt wäre weit weniger überzeugend, weil dann der Körper des Spielers viel mehr eingschränkt ist.  Zunehmend wird auch alte Musik, wie in Renaissance und Barock üblich, im Stehen gespielt. Meist gab es in Kirchen und Festsälen nicht genug Platz und auch nicht genug Stühle für die Musiker – nicht immer zu deren Vergnügen.  G.A. Brescianello, der Lautenist und Hofkapellmeister am Stuttgarter Hof war, beklagte sich in einem Brief an den Herzog, dass seine Musiker bei einem Fest acht Stunden stehen mussten!

Klassische Gitarristen, die im Stehen spielen, sieht man heute kaum. Bei modernen Gitarren fehlt meist der früher übliche Knopf am Korpus zum Befestigen eines Gurtes. Den bei Lauten üblichen Knopf zur Befestigung des Gurtes am Fuß des Halses findet man heute nur noch bei Folk Gitarren oder bei Sondermodellen z.B. des amerikanischen Gitarrenbauers  Kenny Hill – Stand Up Gitarre von Kenny Hill
Almer Imamovic spielt Antonio Lauro Waltz im Stehen.

Man erreicht aber auch eine recht gute Spielposition, wenn man den Gurt wie üblich am Kopf der Gitarre befestigt und in relativ steiler Haltung spielt, wie es in der Romantik üblich war.  Auch heute macht es Sinn, Gitarre im Stehen oder im Gehen zu spielen. Wer einmal eine Intrade oder ein anderes geradtaktiges Stück  im Gehen gespielt hat, wird bemerken, dass das Tempo und der Rhytmus plötzlich stimmen. Das kann speziell im Unterricht genutzt werden.

Viele Gitarristen haben oder bekommen im Alter durch die ungesunde Spielhaltung Problem mit dem Rücken. Hier hilft es schon, wenn man zwischen Sitzen und Stehen abwechselt. Bei schweren Schäden an der Wirbelsäule wird das Spielen in der klassischen Haltung  manchmal unmöglich. Schon Aguado machte Versuche mit einer auf dem Boden stehenden Gitarrenstütze mit der man auch im Stehen spielen konnte.
Aguado , Dionisio -  Tripedisono Stütze

Dionisio Aguado

Das Spielen im Gehen und Stehen ist eine interessante Alternative für Gitarre Ensembles z.B. Musikschulen. Für den Anfang kann man die Gitarre auch mit einem am Schalloch eingehängten Band umhängen. Rüstet man die Gitarren dann mit einem einfachen Tonabnehmer und einem batteriebetriebenen Miniverstärker (z.B. Marshall MS-2) aus, so kann man in größeren Sälen und sogar im Freien ohne großen Aufwand ähnlich wie die Blasmusiker spielen. Dadurch ergeben sich wesentlich mehr Möglichkeit zum Auftritt als wenn man einen geschlossen Raum mit vielen Stühlen für Spieler und Zuhörer braucht. Speziell Kindern und Jugendlichen wird das sicher Spaß machen, besonders wenn man bei einem Stück auch noch den Verzerrer am Lautsprecher einstellt.

Geiger/Gitarristen in den Hoforchestern der Romantik

Paganini war wohl der bekannteste Geiger, der auch Gitarre spielte. Seine Große Sonate für Gitarre mit Begleitung einer Geige (Romanze) ist auch heute noch ein Prüfstein für moderne Gitarristen. Paganini wurde auf seinen Reisen meist von einem Gitarristen begleitet, der bei den damals üblichen vielen Zwischenstopps Paganini auf seinen Konzerten begleitete. Gute und gut gestimmte Klaviere gab es damals noch eher selten. Auch Carl Maria von Weber spielte Gitarre und hat viel Kammermusik mit Gitarre geschrieben. Moderne Orchester kommen heute in Schwierigkeiten wenn in seiner Oper Donna Diana zwei Gitarren im Duo spielen sollen.  (Bearbeitung für Gitarre Solo  in Japan gespielt )

Die Hofkapelle des Fürsten Conradin von Hohenzollern-Hechingen hätte mit der Besetzung des Donna Diana Duetts kein Probleme gehabt. Drei der Violinisten Anton, Hermann und Michael Lorch spielten zusätzlich auch Gitarre und werden auf der Besoldungsliste von 1830 auch als Gitarristen geführt. Der Cellist Jakob Oswald, ist zwar nicht als Gitarrist aufgeführt. Er spielte aber offensichtlich so gut, dass er in Stuttgart am 31. März 1829 in Stuttgart in Giuliani’s Konzert für Violine und Gitarre auftreten konnte. Auch Franz Schubert und sein Freund Vincenz Schuster (Cello, Gitarre, Arpeggione), für den er die Arpeggione Sonate komponierte, spielten sehr gut Gitarre.

Der Violinist Franz Fiala in der Hofkapelle von Domaueschingen bittet 1812 sogar um eine Gehaltszulage, da er jetzt neben der Violine auch Gitarre spielen könnte. Später Hat Franz Fiala sogar eine Klaviergitarre erfunden. Die Saiten wurden dabei nicht mit den Fingern sondern über eine kleine Klaviermechanik angeschlagen.

Die Gitarre wurde in der Romatik vor allem in der Kammermusik eingesetzt, die am Hof in Hechingen zweimal in der Woche angesetzt war. Man konnte damals ja kein Radio oder einen MP3 Player einschalten. Wenn man Musik wollte musste man sie schon selbst machen.

In der Romantik wurde auf kleineren Gitarren, Italienisches oder Wiener Modell, gespielt, die aber ein sehr großes Klangvolumen hatten und mit der Begeisterung für Alte Musik jetzt auch wieder gespielt werden.

Berühmte, unbekannte Gitarristen: Johann Nepomuk Hummel

Johann Nepomuk Hummel (1778 Pressburg – 1837 Weimar) ist vor allem durch seine Kompositionen für Klavier bekannt geworden. Er war in seiner Zeit einer der besten Klaviervirtuosen und erhielt u.a. Klavieruntericht von Mozart. Weit weniger bekannt ist, dass er auch auf der Gitarre virtuos spielte und mehrere Kompositionen für Ensembles mit Gitarre schrieb.

  • Große Serenaden für Klavier, Gitarre, Violine, Flöte/Cello, Klarinette/Fagott Op. 62,63 und 66
  • Sentinelle für Stimme (Tenor), Klavier, Gitarre, Violine  Op. 71.
    Wurde u.a. am 31.7.1832 im Gewandhaus in Leipzig in der Besetzung Carl Otto(Tenor), Clara Wieck(Klavier), Jan v. Bobrowicz (Gitarre), Friedrich Wilhelm Eichler (Violine) aufgeführt.

Hummel förderte in Wien auch die Laufbahn von Mauro Giuliani und trat mit ihm im Duo Klavier/Gitarre auf. Das Duo Halász (Franz Halász ist Professor für Gitarre in München) hat diese Tradition wieder aufgenommen u.a. mit Hammerklavier. Franz Halász spielt dabei mit einem Nachbau einer Gitarre aus der Zeit, die klanglich auch im Konzertsaal hervorragend mit dem Hammerklavier mithalten kann. Eine CD gibt es mit Stücken von Carulli, Beispiel im Web (Leo Brouwer)

Gitarrenkonzert in Böblingen am Sonntag, 29.5.2011

Das nächste Konzert des Gitarrenensembles des ZOBB mit dem Titel “Saitenspiele – in 80 Takten um die Welt” findet  am Sonntag, dem 29.Mai 2011 um 17 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche, Berliner Straße 39 in Böblingen statt. Der Eintritt ist frei. Wir spielen Werke aus aller Welt u.a. aus Norwegen (Grieg), Spanien (Torroba), Irland, Frankreich, Japan, Brasilien (Gnattali) und Südamerika.  Eine gute Möglichkeit das Ensemble kennenzulernen und beim nächsten Konzert dann mitzumachen. Das Dirigat hat wieder Christian Zielinski nach einem Semester in Italien übernommen.

Das Hampshire Guitar Orchestra mit Alto, Prim, Tenor und Bass Gitarren

Beim typischen Gitarrenorchester  oder Gitarrenquartett spielen meist alle Spieler auf dem gleichen Instrument. Ein Starensemble wie z.B. das Los Angeles Guitar Quartett kann damit einen äußerst interessanten Klang erzeugen. Trotzdem bleibt der Klang begrenzt, da alle Instrumente den gleichen Tonumfang und die gleiche Tonqualität haben. Manchmal werden die Standardgitarren durch Sopran(1 Oktave höher) – und Bassgitarre (eine Oktave tiefer) oder Kontrabass ergänzt. Dabei haben sowohl Sopran- als auch Bassgitarren erhebliche klangliche Nachteile.

Südamerikanische Ensembles spielen häufig mit Requinto (eine Quart höher gestimmt) und einer dicken Bassgitarre, um einen größeren Tonumfang  zu erreichen.

Bei einem Streichorchester  werden dagegen vier verschiedene Instrumente – Violine, Bratsche, Cello und Bass – eingesetzt. Damit erhält man unterschiedliche Klangfarben und Klangqualitäten.

Das Hampshire Guitar Orchestra (hago)  (Klangbeispiel) spielt mit vier verschiedenen Gitarrentypen Alto- (Violine), Prim- (Bratsche), Bass- (Cello) und Contragitarre (Kontrabass) und erhält damit ein breiteres Spektrum and Klangfarben. Mit einem speziellen Tornavoz wird der Klang von Bass und Kontrabass in der Tiefe verbessert.

Die tiefen Gitarren klingen meist sehr flach weil der Korpus für die Tonhöhe zu klein ist. Ein echter Kontrabass ist ja viel größer als der Korpus der Bassgitarre. Schon früher haben Gitarrenbauer durch Einbau eines Trichters in die Gitarre versucht, die tiefen Töne der Gitarre zu verstärken. Die sogenannte Helmholtz Frequenz (Eigenresonanz), die bei einer Standardgitarre etwa bei G liegt, kann man mit dem Einbau eines offenen Zylinders aus Plastikfolie erniedrigen und damit die tiefen Töne der Gitarre verbessern. Das kann man mit geringem Aufwand und ohne Beschädigung an der eigenen Gitarre mal ausprobieren oder sich in Hörbeispielen mal anhören. Dazu braucht man nicht einmal die Saiten entfernen!

Will man als Gitarrenquartett oder Orchester den Sound mal ausprobieren, so kann man für den Alto eine Standard Gitarre mit Kapo im 2. Bund und Terzgitarrensaiten und für den Bass (Tenor) eine möglichst dunkel klingende Standardgitarre und möglichst Tornavoz einsetzen. Man versetzt die normalen Gitarrensaiten einfach um eine Position h -> e , g ->h  usw und braucht dann nur eine tiefe H Saite extra. Dafür kann man z.B. eine A-Saite einer Kontrabass Gitarre verwenden. Spezielle Saiten kann man sich auch z.B. bei der Lenzner Saitenmanufaktur anfertigen lassen.

Natürlich muss man bei der hago Stimmung die Noten für die verschiedenen Stimmen transponieren. Das ist aber sicher kein Problem wenn die Noten sowieso mit dem Computer z.B. mit Finale erstellt wurden. Beim hago kann man auch Noten für diese spezielle Orchesterstimmung beziehen (zwei Stücke gibt’s umsonst!). Der Ansatz des New Hampshire Guitar Orchestras ist sicher interessant. Bevor man das mit dem ganzen Gitarrenorchester macht, kann man das ja in einem Quartett mal ausprobieren.

Hampshire Guitar Orchestra Klangbeispiele: Danza Cubana Exbury Gardens

Ernesto Cardenal und Grupo Sal in Böblingen

Ernesto Cardenal liest und die Grupo Sal spielt Musik aus Lateinamerika am Samstag, 26. März 2011 um 19:30 in der Paul-Gerhardt-Kirche, Böblingen, Berliner Straße 39. Karten gibt es ab sofort im Gemeindebüro, Berliner Str. 38 und natürlich an der Abendkasse, wenn noch welche übrig sind.

Souled Out spielt im Blauen Haus am 8.Oktober

Die Band SOULED OUT (u.a. mit dem Böblinger Thomas Brenner) kommen aus der Sommerpause und starten mit einem Konzert am kommenden Freitag, 8.10.10, 21.00 Uhr im “Blauen Haus”, Postplatz 6 in Böblingen (Hof der Schönbuchbrauerei ganz hinten rechts oder einfach Eingang rechts neben Platzhirsch benutzen).
Info über das Programm des Kulturnetzwerkes Blause Haus: www.kulturbh.de
Klasse, daß es in Böblingen solch aktive Kulturmacher gibt! Wer auf handgemachten Rock,Blues & Soul – vorgetragen mit Passion und einer Prise Raffinesse – steht, könnte am kommenden Freitagabend bei Souled Out richtig sein!

Argentinischer Tango – das Original

Beim Tango ist die Gitarre fast unverzichtbar für die Begleitung und bietet Gitarristen viele Möglichkeiten auch mal mit ein paar rhythmischen Feinheiten zu spielen.  Als Mitteleuropäer tut man sich natürlich ein bischen schwer. Deshalb ist es sehr hilfreich sich Originalmusik anzuhören bevor man Stücke von Astor Piazzola spielt.  Bei ToDo Tango findet man viele Original Tangos (mit Gardel als Sänger u.a. von Astor Piazolla) mit historischen Aufnahmen und Noten (meist für Stimme und Klavier oder Ensemble), die man aber auf Gitarre übertragen kann.  Viele der Tonaufnahmen sind nur mit Gitarrenbegleitung aufgenommen – da lohnt es sich mal reinzuhören.

Frühjahrskonzert des Gitarrenorchesters Böblingen

Das Konzert “Verzauberte Klänge”findet am Sonntag, dem 10. Mai um 19:00 im Gemeindesaal der Martin- Luther-Gemeinde in Böblingen, Schwabstraße 48 (Ecke Achalm Straße) statt. Wir spielen unter Leitung von Christian Zielinski Musik für Gitarrenorchester von zeitgenössischen Komponisten u.a. Oz – ein musikalisches Märchen von Lars Wüller mit der Erzählerin Anneliese Küting. Der Eintritt ist frei. Spenden zur Unterstützung unserer Vereinsarbeit sind willkommen.

Konzert Programm 10. Mai, 2009

Konzert Programm 10. Mai, 2009

Wegbeschreibung aus dem Raum Stuttgart: Ausfahrt Böblingen Ost der E41 (Bodenseeautobahn) nehmen. Bei der 1. Ampel (BB Thermalbad) nach links Richtungs Schönaich (Panzerkaserne) bei der nächsten Ampel nach rechts  und den Herdweg hinunter. Achtung: Der untere Teil des Herdwegs ist wegen Belagsarbeiten vom 9.5. bis 11.5. gesperrt – gleich die erste Straße (Wilhelm-Ganzhorn) nach rechts nehmen und dann links in die Schwabstraße einbiegen bis zur Martin-Luther-Kirche.