Kleinere Nagelprobleme können Gitarristen sehr gut mit der Fing’rs Methode lösen. Das dabei aufgebrachte Acryl Gel kann gut gefeilt werden und hält einige Tage. Sind aber größere Teile des Nagels abgebrochen oder geht ein Nagelriss sehr tief wird man einen künstlichen Nagel aufkleben müssen. Speziell für Gitarristen wird in USA ein Instant Nail Set angeboten.
Auf dem Bild sieht man die Komponenten des Instant Nail Sets – zusätzlich braucht man noch einen passenden Nagelack, den man gleich mitbestellen sollte. Wahrscheinlich kann man ähnliche Komponenten auch bei deutschen Lieferanten von Kunstnagel Bedarf finden. Wichtig ist, dass man für den verletzten Nagel ein Stück Kunstnagelfolie zurechtschneidet und in die Form des eigenen Nagels mit Hilfe des Maniküre Stabs biegt. Der Kunstnagel sollte in der Länge nur bis zur Hälfte des natürlichen Nagels reichen – auf keinen Fall das Nagelbett überkleben. An den Seiten sollte der Kunstnagel aber zeimlich genau an den natürlichen Nagel angepasst werden. Das Biegen des Kunstnagels braucht speziell am Anfangs einige Zeit. (Vorgebogene Kunstnägel sind für Gitarristen nicht brauchbar). Der Kunstnagel sollte unten und an den Seiten anders als in der Anleitung vor dem Aufkleben mit der Feile leicht angeschrägt werden damit der Übergang vom natürlichen Nagel zum Kunstnagel leichter zu bearbeiten ist. Der obere Kunstnagelrand sollte vor dem Aufkleben einige Millimeter länger sein und wird nach dem Aufkleben wie ein natürlicher Nagel zurechtgefeilt.
Vor dem Öffnen des Sekundenklebers sollte man den Tisch abdecken – wenn die Flasche umfällt ist der Tisch in Sekundenschnelle wie versprochen verklebt! Mit den mitgeliferten Mini-Pipetten kann man kleine Mengen Sekundenkleber gut aufnehmen und auf dem Nagel verteilen. Meist muss man nach dem Aufkleben des Kunstnagels an den Rändern nochmal Sekundenkleber nachfüllen, damit der Rand wirklich gut hält. Beim Andrücken des Nagels Papier unterlegen – sonst klebt auch der Finger am Nagel! Wenn der Kunstnagel wirklich an allen Seiten gut klebt sollte man anders als in der Anleitung beschrieben eine Schicht Nagellack aufbringen. Erst danach sollte man den Übergang Nagel zu Kunstnagel schräg mit der Feile abschleifen. Wenn man das sorgfältig macht fällt der Kunstnagel kaum auf. Ist der Kunstnagel nicht gut aufgeklebt bleibt der Feilstaub unter dem Kunstnagel hängen – man sieht dann eine weiße Fläche auf dem Nagel. Am Schluss sollte man insbesondere die Ränder des Kunstnagels sorgfältig mit Nagellack lackieren, damit Wasser, Fett usw nicht an den Sekundenkleber gelangen kann. Der Nagellack sollte speziell an den Rändern des Kunstnagels etwa wöchentlich erneuert werden.
Ein solcher Nagel hält bei mir einige Wochen – bis dahin wächst der natürliche Nagel soweit, dass man auch ohne künstlichen Nagel spielen kann. Das im Instant Nail mitgelieferte Nagelmaterial reicht für 30 – 40 Nägel – das reicht bei Hobby-Gitarristen sicher mehrere Jahre (höchstens der Sekundenkleber trocknet ein!). Das Spielgefühl mit dem Kunstnagel ist sehr ähnlich wie bei natürlichen Nägeln. Das Aufkleben eines Kunstnagels ist aber doch ziemlich aufwändig. Deshalb bevorzuge ich wenn immer es geht die Fing’rs Nagelreperatur Methode.
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Absolute Top Ereignisse für Finger Picking Fans sind die Guitar Weekends in Böblingen am 20.-22.3.2009 mit Woody Mann und am 24.-26-April mit Eric Lugosch. Beide waren schon früher Kurse in Böblingen durchgeführt. Unbedingt zu empfehlen sind die zugehörigen Konzerte jeweils am Samstagabe auch für Leute, die nicht an den Kursen teilnehmen, in der äusserst angenehmen Athmosphäre mit vielen Kennern der Finger Picking Szene.
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Auf Einladung der AWO Böblingen gibt es vom 19. – 21. Oktober einen Weekend Workshop für Fingerpicker mit Eric Lugosch (Hörbeispiel). Am Samstag, dem 20.10.07 um 20 Uhr gibt es ein Solokonzert im Alten Amtsgericht in Böblingen. Kartenreservierung bei der AWO Geschäftsstelle 07031 / 72 59-31 /-34 oder per eMail weber@awo-kv-boeblingen.de
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Hinzugefügt am 5.3.2009 – Instant Nail Methode
Ein eingerissener oder abgerissener Nagel an der rechten Hand ist wohl der Albtraum eines jeden Gitarristen speziell vor einem wichtigen Auftritt. Ich habe schon selbst viele Versuche mit künstlichen Nägeln usw gemacht. So richtig funktioniert hat alles nicht. Jetzt habe ich aber einen guten Tip bekommen. Bei Fing’rs (erhältlich z.B. in dm Drogeriemärkten) gibt es ein Acryl Fingernagel Gel, das man dick auf den kaputten Nagel aufträgt und dann mit einer Härterflüssigkeit überzieht. Das ganze wirkt also wie ein Zweikomponentenkleber. Trägt man 5 Schichten wie empfohlen hintereinander auf, so erhält man einen sehr stabilen Nagel. Vorteilhaft ist, dass man damit sogar Risse und total fehlende Nagelflächen ersetzen kann. Funktioniert einfach prima, wenn man anschließend den aufgebauten Nagel sorgfältig zurecht feilt. Das Gel ist mit 16 € ziemlich teuer. Da die Substanzen aber nicht eintrocknen oder verhärten, kann man damit wohl eine längere Zeit Nägel reparieren. Nach längerem Gebrauch bin ich mit der Fingr’s Methode als Amateur recht zufrieden. Nachteil des Verfahrens ist, dass die Gel Schicht leicht bricht, wenn man mit dem Nagel irgendwo hart anstößt. Das passiert aber in der Regel nicht täglich. Eventuell muss man eine neue Schicht Gel auftragen. Bei größeren Schäden muss man die Gel Schicht komplett entfernen. Hierzu hebt man die Gel Schicht mit einem scharfen Messer vorsichtig vom Rand her ab. Dabei wird aber die Nageloberfläche evenuell etwas beschädigt. Deshalb sollte man dies nicht allzu oft machen. Besser ist es, die Schicht mit einer Feile vorsichtig zu entfernen oder einen Nagellackentferner zu verwenden.
Die überraschende Resonanz auf den Artikel hat mir auch den Hinweis auf die absolute Profilösung für kapputte Fingernägel eingebracht. Wer seine Fingernägel wie Pat Metheney u.a. strapaziert, sollte zu Carlos POWER NAILS greifen. Hier wird das Fingernagel Gel wie im Nagelstudio mit einer UV Lampe ausgehärtet – allerdings ist der Einstiegspreis 229 € ! Carlos Juan ist selbst ein exzellenter Gitarrist und betreibt in Stuttgart-Botnang das „American Guitar Center“ – das ist wohl die Spitze für eGitarre, Fingerpicking Gitarren und Tonabnehmer. Vor einem Besuch sollte man sich auf der Webseite informieren und unbedingt einen Termin am Telefon vereinbaren.
Nach einem Jahr Erfahrung mit der Fing’rs und Power Nails Methode kann man als Amateur Musiker eigentlich recht wenig Unterschiede feststellen. Beide Methoden funktionieren als Notnagel kurzzeitig sehr gut haben aber beide das Problem, dass die Reperaturschicht im Gegensatz zum echten Nagel inflexibel ist und bei harten Stößen bricht. Die teurere Methode ist nicht wesentlich besser.
Für Profis (so spielen Profis Flamenco) gibt es auch aufwändigere Lösungen mit Kunstnagel z.B. Instant Nails (unbedingt Video vorher ansehen) . Dabei wird ein künstlicher Nagel mit „Bond Tite“ Schnellkleber auf die vordere Hälfte des natürlichen Nagels aufgeklebt. Der künstliche Nagel wird dabei aus einem flachen Material hergestellt und so gebogen, dass er auf dem natürlichen Nagel plan aufliegt. Das ist ein bischen mühsamer als es auf dem Video dargestellt ist, funktioniert aber sehr gut. Vorgefertigte Nägel haben meist die falsche Biegung und sind für Gitarrenspieler zu hart. Man kann den künstlichen Nagel noch mit einem Fiberglas Gewebe anstatt dem üblichen Seidengewebe für künstliche Nägel verstärken. Für klassische Gitarrenspieler ist das aber nicht notwendig. Zusätzlich zu dem empfohlenen Standardverfahren, trage ich noch ein Nagellack Gel speziell an den Kanten des künstlichen Nagels auf, wie es auch in der Anleitung empfohlen wird. Der reparierte Nagel sieht dann von einem natürlichen Nagel sehr ähnlich. Beim Spielen hat man tatsächlich das Gefühl mit einem natürlichen Nagel zu spielen.
Das Verfahren ist aber relativ aufwändig und lohnt sich eigentlich nur, wenn ein Stück des eigenen Nagels abgebrochen oder der Nagel tief eingerissen ist. Für den ersten Versuch wird man mindestens eine Stunde brauchen. Der Umgang mit dem Schnellkleber ist nicht ganz problemlos. Der künstliche Nagel lässt sich nur mit einer Feile wieder entfernen, wobei immer die Gefahr besteht, dass der natürliche Nagel geschwächt wird.
Das Material Kit für etwa 40 Nägel kostet 32 $ mit Versand aus USA – mit einer Kreditkarte funktioniert das gut. Die Anleitung gibt es leider nur in Englisch. Man kann sich das z.B. von Google ins Deutsche übersetzen lassen – wird daraus aber sicher nicht schlau werden. Hier gibt’s einen ersten Erfahrungsbericht
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