Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Seltsame Gitarren: Harfengitarre, Baryton

Neben der klassischen Laute gab es früher viele verschiedene Instrumente und Gitarren mit “freien” Bassaiten. Zu Goethes Zeiten waren z.B.Harfengitarren am Hof von Anna Amalie angesagt. Damit wollte man “griechisch” aussehen.

Heute sieht man die Harfengitarre (Harp Guitar Hörbeispiele) eher in der amerikanischen Folk Szene. Harfengitarren von  Weissgerber kann man im Musikinstrumentenmuseum von Markneukirchen bewundern. Bekannter sind die Anfang des 20. Jahrhunderts gesüpielten die Wiener (Schrammel) Bassgitarre und die Schwanenhalslaute (Gitarrenlaute) , die u.a. auch von Hermann Hauser angefertigt wurden..

Schwanenhalslaute mit 7 Basssaiten

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch viele Harfengitarre Solisten. Ein eher ungewöhnliches Instrument ist die Harfengitarre, die für den Gitarristen Ekard Lind gebaut wurde.

Ein äusserst kurioses Instrument ist das Baryton (YouTube Demo) – eine Kombination von Streichinstrument (Bass Viola) und mit dem Daumen gezupften Bässen. Das war das Lieblingsinstrument des Grafen Esterhazy und so musste Haydn über 150 Stücke für das Baryton schreiben.

Man kann das Baryton in Originalkompositionen bei den Haydn Festspielen am 11. September im Empiresaal des Esterhazy Schlosses in Eisenstadt hören. Im Trio Armonico Tributo Austria spielt Lorenz Duftschmid, Professor für Viola in Trossingen, das Baryton.

PS  Auf jeden Fall sollte man ein paar Flaschen Haydn Wein aus der Esterhazy Kellerei mit nach Hause nehmen.

Jo Ambros mit Helen Schneider in Stuttgart

Quelle: Jo Ambros

Jo Ambros (hat als Jugendlicher beim ZOBB mitgespielt) ist mal wieder im Ländle. Im Theater Rampe in Stuttgart (Spielplan Karten Bestellung) begleitet er beim Stück  Helen Schneider in Verwandlung. Karten für die Vorstellungen vom 2. – 11. Februar gibt es beim Theater an der Rampe. Zu den Texten von Anne Sexton gibt es Lieder aus den 60ern u.a. von Leonard Cohen, Bob Dylan, Simon&Garfunkel u.a.  siehe Artikel in StZ

Gitarrenkonzert in Böblingen am Sonntag, 29.5.2011

Das nächste Konzert des Gitarrenensembles des ZOBB mit dem Titel “Saitenspiele – in 80 Takten um die Welt” findet  am Sonntag, dem 29.Mai 2011 um 17 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche, Berliner Straße 39 in Böblingen statt. Der Eintritt ist frei. Wir spielen Werke aus aller Welt u.a. aus Norwegen (Grieg), Spanien (Torroba), Irland, Frankreich, Japan, Brasilien (Gnattali) und Südamerika.  Eine gute Möglichkeit das Ensemble kennenzulernen und beim nächsten Konzert dann mitzumachen. Das Dirigat hat wieder Christian Zielinski nach einem Semester in Italien übernommen.

Woody Mann spielt am Samstag, 9.4.2011 in Böblingen

Woody  Mann (New York) ist seit vielen Jahren jener Gitarrist von Weltrang, der am stärksten die Verbindung zwischen Tradition und Moderne repräsentiert. In seinen Teenagertagen erhielt Woody Mann seine gründlichen Blueslektionen beim legendären Reverend Gary Davis, setzte dann später ein Jazz-Studium an der Juilliard School of Music (u.a. bei Piano-Größe Lennie Tristano) daran und entwickelte fortan seinen sensiblen, farbenreichen Stil auf der akustischen Gitarre.

Seine Konzerte, CD- und Lehrvideoveröffentlichungen erhalten gleichermaßen vom Publikum, Musikerkollegen und der Fachpresse hervorragende Kritiken. Bei seinem letzten Auftritt in Böblingen war das Publikum mehr als begeistert.

Auf Einladung der AWO Böblingen-Tübingen gibt Woody Mann am Samstag, 09. April 2011, 20.30 Uhr ein Konzert im AWO-Haus, Eugen-Bolz-Straße 1, 71034 Böblingen.
Mehr Informationen: http://woodymann.com/
Kartenreservierungen: Julia Tenaglia, Tel. 07031 – 72 59 31 oder E-Mail an tenaglia@awo-kv-boeblingen.de.

Jo Ambros spielt mal wieder in der Böblinger Gegend

Unser ehemaliges ZOBB Jungmitglied Jo Ambros (Video in Stuttgart)ist schon vor einiger Zeit nach Berlin umgezogen, da ist offensichtlich mehr los als in Böblingen. Mit der Christian Wagner Gesellschaft in Warmbronn hat Jo Ambros mit anderen Musikern ein Christian Wagner ein LauschprojektEinst und Jetzt” zu Gedichten und Briefen von Christian Wagner erarbeitet. Nächste Aufführungen ist am 16. April in der Christian-Wagner-Bibliothek in Rutesheim.  Die CD kann man über die Christian Wagner Gesellschaft beziehen.

Ernesto Cardenal und Grupo Sal in Böblingen

Ernesto Cardenal liest und die Grupo Sal spielt Musik aus Lateinamerika am Samstag, 26. März 2011 um 19:30 in der Paul-Gerhardt-Kirche, Böblingen, Berliner Straße 39. Karten gibt es ab sofort im Gemeindebüro, Berliner Str. 38 und natürlich an der Abendkasse, wenn noch welche übrig sind.

Peter Ratzenberg Konzert in Böblingen

Am Samstag, 05.02.2011, 20.30 Uhr spielt Peter Ratzenbeck, Akustikgitarrist aus dem österreichischen Waldviertel ein Solokonzert im AWO-Haus, Eugen-Bolz-Straße 1, Böblingen. Informationen zu Peter Ratzenbeck. Da kann man dem Meister ganz genau auf die Finger schaun!

Souled Out spielt im Blauen Haus am 8.Oktober

Die Band SOULED OUT (u.a. mit dem Böblinger Thomas Brenner) kommen aus der Sommerpause und starten mit einem Konzert am kommenden Freitag, 8.10.10, 21.00 Uhr im “Blauen Haus”, Postplatz 6 in Böblingen (Hof der Schönbuchbrauerei ganz hinten rechts oder einfach Eingang rechts neben Platzhirsch benutzen).
Info über das Programm des Kulturnetzwerkes Blause Haus: www.kulturbh.de
Klasse, daß es in Böblingen solch aktive Kulturmacher gibt! Wer auf handgemachten Rock,Blues & Soul – vorgetragen mit Passion und einer Prise Raffinesse – steht, könnte am kommenden Freitagabend bei Souled Out richtig sein!

Meistergitarren im Vergleich

Hat man sich durch fleißiges Üben im Gitarrenspiel soweit verbessert, dass nach der Anschaffung einer Schülergitarre und einer Manufakturgitarre der Kauf einer handgefertigten Meistergitarre ansteht, hat man die Qual der Wahl.

Schaut man sich an, welche Instrumente Gitarresolisten spielen, so stellt man fest, dass fast jeder Solist andere Gitarren spielt und es anders als bei Geigen kaum historische Gitarren gibt. Selbst romantische Gitarren sind meist Nachbauten von Wiener (Stauffer) oder französischen Mirecourt Gitarren (Lacote, Coffe-Goguette). Gitarren von Daniel Friedrich oder Hermann Hauser I. gelten bereits als historische Instrumente, wenn sie 30 bis 50 Jahre alt sind. Die wenigen Gitarren, die von berühmten Geigenbauern wie  Stradivari (Nachbau) oder Guadagnini gebaut wurden, findet man nur noch in Museen und sind nicht mehr spielbar.

Häufig kann man auch nur eine bestimmte Meistergitarre hören oder anspielen (z.B. vom Lehrer) ein echter Vergleich ist damit kaum möglich. Händler, die Gitarren von mehreren renommierten Gitarrenbauern im Lager und zum Anspielen bereit halten sind recht rar (z.B. in Karlsruhe Die Zupfgeige) und haben eventuell auch nicht den Gitarrenbauer im Angebot, dessen Gitarren man gerne mal ausprobieren möchte.

Eine gute Möglichkeit Meistergitarren zu vergleichen bietet sich bei internationalen Gitarrenkursen oder -wettbewerben, die mit einer Gitarren Ausstellung verbunden sind. Beim Internationalen Gitarrenfestival in Nürtingen waren am letzten Wochenende viele renommierte Gitarrenbauer mit ihren Gitarren in der Ausstellung. (Achtung immer am Wochenende in der Mitte der Veranstaltung kommen – unter der Woche müssen die Gitarrenbauer arbeiten!). Damit hat man eine hervorragende Gelegenheit, Meistergitarren anzuspielen oder zuzuhören wenn wirklich gute Gitarristen auf diesen Instrumenten spielen.

Beim Festival in Nürtingen wurde von Achim-Peter Gropius ein direkter Vergleich von Gitarren organisiert. Dabei spielt ein renommierter Solist nacheinander kurze Phrasen auf den verschiedenen Gitarren, sodaß man die Gitarren direkt vergleichan kann. In einem Auswertebogen können die Zuhörer bis zu fünf Punkte für die Merkmale

Transparenz
Ausgewogenheit
Diskant
Mitten
Bässe
Sustain
Projektion (Reichweite – die Kenner z.B. Scott Tennant vom LAGQ sitzen hierfür ganz hinten!))
Klangschönheit

Am Sonntag, dem 2. August, spielte Philippe Villa, der am Abend zuvor ein tolles Konzert mit Musik der Romantik auf seiner Mirecourt Gitarre (Coffe-Goguette von 1835) gegeben hatte, auf sechs Gitarren von vier deutschen und zwei spanischen Gitarrenbauern in der Preisklasse von etwa 3000 (Ahorn) von Hermann Döttlinger bis über 6000 € (Andres Marvi, Sascha Nowak) . Leider wurden die Preise der Gitarren nicht genannt. Man kann aber annehmen, dass die Gitarrenbauer wohl ihre besten Pferde ins Rennen geschickt haben.

Philippe Villa spielte nun kurze typische Phrasen etwa 15 Sekunden auf den Gitarren nacheinander an z.B. Melodie im Diskant, Melodie im Bass, Melodie und Begleitung, Akkorde mit Nachklang, Polyphonie (Bach), schnelles Arpeggio, Klangfarbe (Anschlag am Steg und am Griffbrett) an. Verblüffend war, dass man eigentlich zuerst keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Gitarren hören konnte. Das lag einmal daran, dass sich nur sehr gute Gitarrenbauer dem Test stellten aber sicher auch an Philippe Villa, der offensichtlich auf jeder Gitarre seine Klangvorstellung realisieren kann. Es hat sich aber offensichtlich in der Gitarrenszene ein “ideales” Klangbild entwickelt, das offensichtlich sowohl die spanischen als auch die deutschen Gitarrenbauer anstreben. Achim-Peter Gropius beschreibt das als “Torres mit Friedrich Einschlag”. Es war auch praktisch nicht gut möglich die Gitarren nach den vorgegebenen Kritierien zu bewerten. Man konnte aber in den verschiedenen Spielsituationen sehr wohl Unterschiede feststellen. Obwohl einige Gitarren etwas Bass lastiger waren, konnte man bei keiner der Gitarren Schwächen im Bass ausmachen. Ebenso war der Diskant bei hohen Melodietönen bei allen Gitarren gut.

Merkbare Unterschiede gab es:

  • Beim Sustain im mittleren Bereich (G Saite) – das kann man gut hören, wenn man z.B. zwei Töne im Quintabstand anschlägt und Ausklingen läßt. Die G-Saite “stirbt” da manchmal recht    schnell. Auch beim Akkord Anschlag hört man den Effekt deutlich.
  • Bei der Ansprache wenn schnelle Arpeggien gespielt werden – da merkt man, dass manche Gitarren nicht so schnell ansprechen. Allerdings muss man erst einen Spieler finden, der Arpeggien im Tempo von Philippe Villa spielen kann.
  • Bei der Klangfarbe beim Anschlag am Steg (da bleiben manche Gitarren eher stumpf) und beim Anschlag am Griffbrett tut sich manchmal fast nichts mehr wenn man weiter vom Schalloch in Richtung Griffbrett geht.
  • Bei der Ausgewogenheit, wenn z.B. eine Melodie über 3 Oktaven gespielt oder eine Melodie mit Begleitung oder polyphon (Bach) gespielt wird.

Die Projektion und Lautstärke der Gitarren in Sälen ist ohne Messung sehr schwer zu beurteilen. Viele Solisten verwenden aber für Aufnahmen eine andere Gitarre als auf der Bühne, was darauf hinweist, dass ausgewogene, klangschöne  Gitarren nicht unbedingt laut sind.

Nach der Vorführung waren fast allen Zuhörern klar, dass man “seine” Gitarre eben doch  nicht so einfach finden kann, da jede Gitarre ähnlich wie der Spieler einen eigenen Charakter hat..

Obwohl im Vergleich Meister Gitarren angespielt wurden, kann man die kritischen Kriterien auch bei der Auswahl einer Schüler Gitarre prüfen, vorausgesetzt die Gitarre ist korrekt gebaut.

PS Wer eine gute Meistergitarre etwas günstiger kaufen möchte, sollte bei der Ausstellung mit dem Gitarrenbauer reden. Die Ausstellungmodelle sind oft etwas günstiger zu haben, weil sie ja benutzt wurden. Man weiss dafür aber genau, was für ein Instrument man bekommt. Wer seinem eigenen Urteil nicht so recht gut traut, sollte auf der Ausstellung ein wenig herumlungern und die “Super” Gitarristen (Solisten und Lehrer) beim Ausprobieren der Gitarre beobachten. Nur mit einer guten Gitarre werden sich die Profis länger abgeben!

Internationales Gitarrenfestival Nürtingen 31.7. – 8.8. 2010

Die Stadt Nürtingen zeigt wie man sich mit einem kleinen Kulturetat, einem engagierten Verein und engagierten Bürgern international in der Musikwelt einen Namen machen kann, wenn man sich auf eine Nische konzentriert. Die Internationalen Gitarrenfestspiele Nürtingen haben sich einen Platz in der vordersten Reihe sowohl national als international erarbeitet, der alle zwei Jahre mit exzellenten Konzerten und Workshops ausgebaut wird. Hier hat man die Chance viele “große” Gitarristen zuzhören und zu vergleichen. Das Los Angeles Guitar Quartet LAGQ (meiner Meinung nach zur Zeit das beste Gitarrenquartett) tritt wieder beim Abschlusskonzert an.  Für die Freunde historischer Ausführungspraxis wurde dieses Jahr Paul O’Dette verpflichtet (Video) . Der führende amerikanische Lautenist spielt auch auf der Barockgitarre. Neben Kursen und Workshops gibt es fast jeden Tag Konzerte und eine Ausstellung von Instrumenten und Noten. Am 1. und 2. sowie am 6. August ab 14:00 stellt ein Solist verschiedene Meistergitarren vor und diskutiert die Eigenschaften mit den anwesenden Gitarrenbaumeistern und den Zuhörern.  Eine solche Gelegenheit, einmal verschiedene hochwertige Gitarren vergleichend zu hören, gibt es nur selten. Eintrittskarten für die Veranstaltungen und Konzerte gibt’s im Festspielbüro oder am Telefon 07022-9464-150 oder -151.